Fragen zu Nostradamus

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Aus welcher Quelle schöpfte Nostradamus?Er war selbst seherisch veranlagt, benutzte aber auch die Arbeit von Seherinnen und Sehern, die vor ihm gelebt hatten. Es scheint so, dass er sich, vor allem an jüdische Propheten des Alten Testaments orientiert hat. Hierbei müssen wir in der Welt der Christen aufgewachsenen Leser beachten, dass uns ein Teil der überlieferten Prophezeiungen jüdischer Seher vorenthalten werden. (Bei der Redaktion der Bibel durch Hieronymus wurden viele Texte weggelassen.) Nostradamus muss von seinem Großvater die Originaltexte der Abrahamprophezeiungen besessen haben. Sie gelten in Fachkreisen als die Urtexte aller Zukunftsschau. Aber da gibt es vermutlich noch eine weitere Quelle. Französische Experten konnten den Nachweis führen, dass sich Ähnlichkeiten im Inhalt und Stil bei den Nostradamustexten (entstanden um 1555 n.Chr.) und den Sybillinischen Texten (entstanden um 800 - 500 v.Chr.) nachweisen lassen.
Warum prophezeite Nostradamus? Dies ist nur aus dem Zeitgeist des 16. Jahrhunderts zu verstehen. Man erwartete im 16.Jahrhundert den Jüngsten Tag, denn ein Äon zählte man zu 800 Jahre! Demnach war im Jahre 1600 das zweite Äon seit Jesus vergangen. Zeichen deuteten auf ein Weltenende hin. Die vielen Pestilenzen signalisierten den bibelkundigen Frommen, dass die apokalyptischen Reiter unterwegs waren. (Siehe auch Dürer, der ein Zeitgenosse von Nostradamus war und der sich mit der Apokalypse künstlerisch auseinander gesetzt hat.) Nostradamus sah, dass sich die Menschen sinnlos ängstigten. Er verwirklichte seinen Plan und schuf einen Universalalmanach für insgesamt 2242 Jahre. Von dem Jahr 1555 an gezählt reichte dieses Universalwerk bis zum Jahre 3797 nach Christi Geburt. Zielgruppe waren in erste Linie die Christen in Südfrankreich. Da Politik und Kirche damals eng miteinander verknüpft waren liegen uns quasi kirchliche und politische Prognosen bis zum Jahre 3797 vor. Vermutlich hat Nostradamus auch Prophezeiungen hinterlassen, die nur das französische Königshaus betreffen. Er war in seinem Herzen Royalist, d.h. ihm lag das Wohl der französischen Dynastien am Herzen. Interessant ist, dass bis einschließlich Ludwig XIV. alle französischen Könige das Grab des Sehers in Salon en Provence besucht haben. Ludwig der XV. und Ludwig XVI. hielten sich nicht mehr an diese Tradition.
Wie hat Nostradamus verschlüsselt? Er entfernte lediglich das Ordnungssystem "Zeit" , d.h. die Jahreszahlen von seinem Text. Nostradamus hatte ein einfaches System für die Verknüpfung von Zeit und Text gewählt. 1 Jahrtausend sind 1000 Jahre oder 10 Jahrhunderte zu 100 Jahren. Analog schuf Nostradamus 10 Centurien zu je 4zeiligen Texten mit etwa 140 Buchstaben. Die Nummer der Centurie von I bis X gibt somit jeweils das Jahrhundert innerhalb des Jahrtausends an. Die Centurien sind von 1 bis 10, die Textabschnitte sind von 1 bis 100 durchnumeriert. Letztere entsprechen dem jeweiligen Jahr, innerhalb des Jahrhunderts. Inzwischen sind rund 450 Jahre vergangen. Wir befinden uns in der 10. Centurie! Inzwischen hat sich die französische Sprache verändert. Probleme der erstem Drucke mit den Lettern sind uns wenig bekannt. So wurden bei Ermangelung eines "u" auch ein "v" gesetzt usw. Es ist also bei der Übersetzung zu erkennen, ob ein b oder p, ein i oder ein j, ein t oder d, ein c oder k von den Druckern vertauscht wurden.
Welche Entschlüsselungsversuche gab es bisher? Die Entschlüsselungsmethoden bis 1985 bestanden in erster Linie in der Suche nach Begriffen, innerhalb des Nostradamustextes, die zu einem aktuellen Ereignissen paßten. Dann übersetzte man unbekümmert frei diesen Text und feierte Nostradamus, weil man glaubte eine Prophezeiung von ihm entziffert zu haben. Worte, die man nicht übersetzen konnte suchte man durch Rückgriffe auf Griechisch oder Latein zu deuten. Merkmal: Alle Autoren, die so vorgegangen waren sind bestens bei der Zuordnung von Vergangenem, d.h. bereits Eingetroffenem. Sie müssen aber passen, wenn sie gefragt werden, was Nostradamus zum Beispiel für die Zukunft, also für das Jahr 2020 gesehen hat. Ab 1985 sind in meinen Büchern die drei Einstiege: intuitiv, linguistisch und mathematisch nach und nach veröffentlicht worden. Siehe dort. Ab 1985 zeigte ich die Verknüpfung von Text und Zeitzuordnung auf, die einfach und nachvollziehbar ist. Damit wurde es möglich die Texte für die Zeit von 1985 bis 3797 zuzuordnen. Der Text für das Jahr 2020 befindet sich in der Centurie X, Vers 20. Wir kennen nun den Text. Das bedeutet aber nicht, da es auch in jedem Fall möglich ist diesen Texte nun umfassend zu verstehen.
Wie kann man sich die Fehler in den Prophezeiungen des Nostradamus erklären? Eine häufige Frage lautet: In wieviel Prozent der Fälle hat Nostradamus mit seinen Prophezeiungen falsch gelegen? Das kann ich abschließend nicht beantworten, denn von den 2242 Jahren sind erst rund 450 Jahre vergangen. Das wird man einer künftigen Generation überlassen müssen. Mein Eindruck, den ich aus der Betrachtung des 20 Jahrhunderts gewonnen habe ist, dass wir mit rund 70 - 80 Prozent Treffern rechnen können. Zur Zeit geht es um die Frage, Ursachen und mögliche Fehlerquellen zu erkennen. Sicher ist eins, dass alle Nostradamus-Autoren selbst eine der Hauptfehlerquellen darstellen. Also auch ich! Es gilt im Auge zu behalten:Fehler des Nostradamus und Fehler die durch den Interpreten der Texte verursacht wurden. Dazu gehören die Fehler, die bei der Übersetzung gemacht werden, weil wir die Art der mittelalterlichen Gedankengänge nicht nachvollziehen können. Ein Beispiel: Nostradamustext:" Der Senat hat den König getötet." Wir meinen übersetzen zu müssen: Der König ist hingerichtet worden. Das Mittelalter sah das anders: Der Senat hat den Menschen X, der König war, seines Amtes, also der Königswürde enthoben, d.h. seine „Königsschaft“ beendet, wozu man auch getötet sagen könnte. Schon ist der Fehler passiert. Dies soll nur ein Beispiel sein und jeden Nostradamus-Fan herausfordern ähnliche Fehler zu entdecken und zusammenzutragen.

Vom Umgang mit Prophezeiungen
Nostradamus hat seinen Lesern einen Hinweis gegeben wollen, in welcher Richtung eine politische Entwicklung gehen wird. So hat er für die nächsten 20 Jahre eine Entscheidung für die nördliche Halbkugel vorhergesagt, der sich die meisten von uns werden stellen müssen. Nostradamus ging es aber nicht darum, dem einen oder anderen Nachgeborenen (aus seiner Sicht) Angst zu machen, sondern Anzeichen zu beschreiben, mittels denen jeder für sich entscheiden kann, ob eine bestimmte Entwicklung in Gang gekommen ist. Handlungs- und die individuelle Entscheidungsfreiheit bleibt bei uns. Es ist jedem Menschen selbst überlassen, wie er zu dem Phänomen Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit steht.

Wie hat Nostradamus verschlüsselt

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